Ich mag ja den Winter gar nicht. Für mich beginnt die kalte Jahreszeit etwa bei Temperaturen unter 20°C. Seit wir die Bienen haben, springe ich aber über meinen Schatten und wünsche mir sehnsüchtig Temperaturen um die Null Grad. Aber nur für 21 Tage 🙂

Dann sind die Bienen nämlich garantiert brutfrei und wir können endlich die letzte Behandlung gegen die Varroamilbe, die Restentmilbung, vornehmen. Wir nehmen die Spechtnetze weg, öffnen die Beuten und beträufeln die Bienen mit Bienenwohl, das unter anderem Oxalsäure enthält. Wir müssen rasch arbeiten, damit der Wärmeverlust in der Beute nicht zu groß ist.  Die Flüssigkeit wird durch den Körperkontakt der Bienen in der Wintertraube auf viele Bienen verteilt.

Die Maßnahme ist für die Bienen nicht ungefährlich und zusätzlich wird durch das Öffnen der Bienenstöcke das Stockklima empfindlich gestört und muss danach von den Bienen wieder mühsam hergestellt werden.

Die Restentmilbung ist jedoch notwendig, um die Anzahl der Varroamilben vor dem Frühjahr massiv zu reduzieren. Wie wichtig die Behandlung ist, zeigte ein Kollege, der ein Diagnosebrett mit über 300 Varroen zum Vereinsabend mitbrachte. Und alle erwischt man sowieso nicht. Die Population der Varroamilbe verdoppelt sich pro Monat. Angenommen der Kollege hätte nicht behandelt, wären ausgehend von den 300 Varroen im Juli zur Honigernte bereits 38.400 Varroen im Stock – in etwa 1 Varroa pro Biene – und das Bienenvolk würde zusammenbrechen.

Von uns gibt es dazu kein Video – aber hier kann sind einige Beispiele davon:  Youtube/Bienenwohl

MET – Der Honigwein ist wahrscheinlich nicht nur in unseren Breiten, sondern sogar weltweit das älteste alkoholische Getränk. Der “goldene Wein” aus den Honigwaben wurde von Germanen, Griechen und Römern genossen – der “Trank der Götter”. Zuletzt leider etwas an Popularität verloren, ist doch deutlich zu erkennen, dass sich dies wieder etwas ändert und sich Met wieder mehr wachsender Beliebtheit erfreut.

“Met tut viel Gutes, er bewirkt einen guten Appetit, fördert die Verdauung, reinigt und stärkt den Magen, schafft ungesunde Stoffe weg, befreit von dem, was dem Körper nachteilig ist. Seine Wirkung ist sehr günstig auf das Blut, die Säfte, Nieren und Blase, weil er überall reinigt, auflöst und ausleitend wirkt. Für die Alten, so auch für uns ist Met ein Stärkungsmittel. Die Germanen erfreuten sich einer außerordentlichen Gesundheit und erreichten ein hohes Alter. Beides, Gesundheit und hohes Alter verdankten sie besonders ihrem Met.”
(Sebastian Kneipp)

Dem wollen wir natürlich folgen und machen einfach unseren eigenen Met   🙂
Aber zur Biene,Honig,Met gehört vor allem Zeit und Geduld – wir starten klein – erstmal für den eigenen Bedarf und mit kleinen Mengen.

Einfacher Honigwein – ca 9 Liter

  • 7 l Wasser
  • 3 kg Honig
  • 4 g. Hefenährsalz
  • 4 g. Reinzuchthefe (Trocken)
  • 20 g. Zitronensäure

Auf diesen einfachen Grundlagen basieren unsere ersten Gehversuche.
Die ersten beiden sind nun fertig – ein klassischer nach diesem Rezept – der war nicht so gelungen – da gibt es Verbesserungspotential… Der zweite war eine Abweichung davon mit Apfelsaft – durchaus gelungen und war schnell weg – ein Qualitätsbeweis   🙂

Aktuell sind die nächsten Versionen in Arbeit – wieder einmal Classic + einmal Apfel – dazu noch eine Kirschvariante. Inzwischen haben wir da auch die Schulbank gedrückt und einen Tageskurs zur Metproduktion gemacht – irrsinig spannend und lehrreich. Ich weiß nun warum die erste Classic-Variante nicht geklappt hat – die nächste hat nun bessere Chancen   🙂

Wir werden dran bleiben – wer mag kann das bei uns gerne mal verkosten!

Unsere ersten Versuche 🙂

 

Neben zahlreichen Viruserkrankungen sowie bakteriellen Krankheiten werden die Bienenvölker auch durch Parasiten entscheidend geschwächt. Aber es gibt auch die ‘natürlichen Feinde’. Bienen stehen ja auch auf dem Speiseplan (als eiweißreicher Leckerbissen) von Wespen (Bienenwolf), Hornissen, Spinnen, Vögeln (Bienenfresser), Mäusen (Spitzmaus) und werden von Wachsmotten befallen oder vom Bär angegriffen.

Hier in Penzing ist es eher weniger der Bär 🙂 Aber – der Specht ist im Winter ein mögliches Ärgernis in unserer Gegend. Er sucht im Winter nach Futter und eine Bienenbeute bietet ihm eine reich gedeckte Tafel. Sein Klopfen an der Beute stört die Winteruhe extrem und es ist keine Seltenheit, dass er große Löcher in die Zargen klopft. Durch die Löcher ist es ihm dann ein Leichtes im Bienenvolk abzuernten und sich satt zu essen. Auch ist so ein Loch in der Beute dann schon eine Einladung für z.b. die Meise. Das kann bis zum Verlust des ganzen Volkes führen. Da die Löcher meist im oberen Bereich der Beute klaffen, entweicht die warme Luft und kalte strömt von unten durch das Lüftungsgitter nach. Es entsteht ein ständiger Luftstrom (es zieht). Es gibt viele Möglichkeiten die Beuten vor dem Specht zu schützen. Wir haben uns für Vogelschutznetze entschieden – und zwar hübsche blaue  🙂 Solche Netze bekommt man in jedem gut sortierten Garten- oder Baumarkt. Beim Ausbringen der Netze muss man darauf achten, dass sie überall mit Abstand um die Beuten herum gespannt werden.

Imkerkollegen aus unserem Verein hatten ohne Netz hier in Penzing schon Löcher in der Beute – wir wollen aus Ihren Erfahrungen lernen und holen im Herbst die Vogelnetze raus. Zusätzlicher Aufwand und Kosten – aber jeder verhinderte Völkerverlust ist uns das wert.

So sieht es von November bis zum Frühjahr an unseren Standorten aus.