Für Bienen ist im September schon Winter – für den Imker sind August/September/Oktober die entscheidenden Monate wie gesund und stark die Völker den Übergang in den Winter schaffen. Füttern und Behandeln, Füttern und Behandeln,… Hier nachlässig sein wird schnell bestraft. Der Spätsommer nach der Honigernte und der frühe Herbst stehen ganz im Zeichen der Vorbereitungen für den Winter. Das bedeutet: konsequent behandeln gegen die Varroamilbe und auffüttern. Die Faustregel lautet, dass man mit diesen Tätigkeiten im Oktober fertig sein sollte, weil es danach schon empfindlich kühler sein kann und die Bienen dann Futter nur mehr schwer aufnehmen.

Wir ernten bereits Anfang Juli ab und fangen da mit den Wintervorbereitungen an. Die erste Maßnahme ist die Entnahme der Brutwaben und Gabe von neuen Mittelwänden. So nehmen wir Varroadruck aus den Stöcken und haben wieder für hygienisch saubere Waben gesorgt und damit Krankheiten vorgebeugt. Varroabehandlung ist gerade hier in Wien mit der hohen Bienendichte entscheidend dafür, ob gesunde Völker in den Winter gehen. Es wird bei uns keine Chemie verwendet, es werden natürliche/organische Mittel eingesetzt.

Natürlich müssen wir dabei kräftig füttern, damit die Mittelwände rasch und gut ausgebaut werden. In den Behandlungspausen bekommen die Bienen Zuckerwasser (3 Kilo Zucker auf 2 Liter Wasser), damit sie ihr Winterfutter einlagern. Das Füttern schaut bei uns so aus (‘Futterzarge mit Loch in der Mitte’ – Wir können von oben füttern ohne zu öffnen):

 Nicht alle Völker legen das angebotene Zuckerwasser in Futter an – einzelne Völker haben es hartnäckig in Brut umgesetzt und sind nun mit dem Auffüttern hintennach. Da muss man auf anhaltendes gutes Wetter hoffen, damit die Damen den Futterrückstand aufholen. Es gilt das richtige Maß zu finden. Zu viel füttern kann genauso schaden wie zuwenig. Regelmäßge Kontrollen des Gewichtes/Futterstandes ist hier wichtig. Ein wichtiger Faktor hier ist ‘Spättracht’ – Pflanzen die August/September noch Nektar und Pollen liefern. Hier eine unserer Damen bei der Arbeit:

Neben dem vom Imker beigestellten Futter finden die Bienen im September aber auch noch natürliche Tracht. An feuchteren Standorten wächst in großen Mengen das Drüsige Springkraut. Es stammt ursprünglich aus Indien und verbreitet sich in Europa massiv. Invasive Arten – Fluch, aber auch Segen, könnte man sich nur die aussuchen, die wir haben wollen. Das Springkraut ist sehr reich an Nektar und bietet den Bienen zusätzlich sehr hochwertigen Pollen. Nach dem Besuch des Springkrauts sind die Bienen am Rücken durch den Pollen weiß eingefärbt. An unserem Standort in Pfalzau kann man zur Hauptblütezeit des Springkrauts beobachten, dass lauter weiße Bienen zu den Stöcken heimkehren.

Eine weitere Nahrungsquelle ist in dieser Jahreszeit der Efeu – da summt und brummt es nur so an einem schönen Sonnentag. In ländlichen Gebieten sorgt Gründüngung der Felder mit Ackersenf, Buchweizen und Phacelie für eine späte Massentracht.

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