Honig hat eine Vielzahl an Inhaltsstoffen – weit mehr als nur Zucker.

Zucker ist nicht gleich Zucker und Honig ist sehr viel mehr als das. Beim Zucker muß man vor allem zwischen Einfach- und Mehrfachzuckern unterscheiden. Beim normalen Haushaltszucker, der aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr gewonnen wird, handelt es sich um Saccharose, einen Mehrfachzucker (Polysaccharid). Mehrfachzucker müssen aber vom Körper erst aufgespalten werden. Einfachzucker dagegen, wie Fructose und Glucose, können vom Körper direkt verwertet werden, ohne den Verdauungsapparat zu belasten. Honig hat eine Vielzahl an Inhaltsstoffen – weit mehr als nur Zucker:

Quelle: ERTL-DRUCK-Verlag A

Haushaltszucker ist reine Saccharose. Hauptquellen sind Zuckerrübe und Zuckerrohr.

Quelle: ERTL-DRUCK-Verlag A
 Zucker enthält Glucose und Fructose und nichts anderes.

Honig enthält auch Glucose und Fructose, jedoch noch viel mehr: Honig enthält 240 natürliche Stoffe – Mineralstoffe, Vitamine, Antioxidantien und Aminosäuren. Besonders hervorzuheben: Kalium, Chlorid, Phosphor, Magnesium, Calcium, Natrium, Schwefel, Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Vitamine: B-Vitamine, Vitamin C und viele mehr.

Und zusammengefasst schaut das so aus:

  • Fruchtzucker, Traubenzucker, Malzzucker, Rohrzucker (75-80%)
  • Wasser (14-20%)
          Zusammen 3 %:

Honig ist eines der ältesten, naturbelassenen Süßungsmittel, das unser Leben versüßt. Lange Zeit war der Bienenhonig das einzige Süßungsmittel und somit ein wertvolles Handelsgut, auch als Zahlungsmittel. Bis zu 12.000 Jahre alt sind Höhlenzeichnungen, die das Sammeln von Honig zeigen. In der weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie spielt Honig seit der Massenproduktion von Zucker eine untergeordnete Rolle. Wenn es gilt Massen mit Massen billig zu versorgen hat Imkerhonig in der Lebensmittelindustrie keinen Platz. In den nächsten Jahren wird es immer schwieriger werden, natürliche und wenig bearbeitete Lebensmittel zu bekommen und diese in dem reichhaltigen Nahrungsmittelangebot zu erkennen. Einem Naturprodukt wie dem Honig sollte daher schon heute besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Bewusster Umgang ist doch auch hier angebracht. Schon Paracelsus sagte: „Die Dosis macht das Gift“. Das gilt auch für unsere Ernährung und gilt auch für den Genuss von Honig. Honig in großen Mengen genossen, macht aufgrund des hohen Zuckergehaltes dick.

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Ein angenehmer Vorteil als Imker ist ja, dass meist ausreichend Honig da ist, weit mehr als der tägliche Frühstücks-Honigbrot-Bedarf. Das gibt natürlich Gelegenheit, öfters auch beim Kochen und Backen zu experimentieren. Dafür wird nach Rezepten gesucht, in denen Honig intensiv verwendet wird. Eines davon ist ein “Pain d’Èpices“, ein Französischer Honigkuchen bzw. Honigbrot. Pain d’Èpices wird übersetzt mit Lebkuchen, Honigkuchen oder Pfefferkuchen. L’épice heißt Gewürz. Und in diesem Rezept ist richtig viel Honig drin. Die Gewürze, die beigefügt werden, verleihen dem Kuchen den angenehmen Lebkuchengeschmack.

Unser Blütenhonig hat oft einen hohen Lindenanteil – das Aroma der Linde war hier dann vielleicht ein bisschen zu dominant – beim nächste Mal passt der rundere Frühlingshonig sicher etwas besser. Beim Dinkelmehl war keine Type angegeben – es ist hier dann die T630 geworden. Der Kuchen ist sehr einfach herzustellen und gut gelungen.

Und hier ist das Rezept zum Honigkuchen:

Zutaten:

  • 320 g Honig
  • 120 g Butter
  • 130 ml Milch
  • abgeriebene Schale von 1 Orange
  • 1 Ei
  • 270 g Dinkelmehl
  • 1/2 TL Meersalz
  • 1/2 TL Anis, gemahlen
  • 1/2 TL Kardamom, gemahlen
  • 9 g Weinsteinbackpulver
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL Ingwer, gemahlen
  • 1 Prise Muskat
  • 50 g kandierter Ingwer

Zubereitung:

  1. Honig, Butter und Milch in einem Topf unter Rühren erwärmen und danach in eine Rührschüssel umfüllen, etwas abkühlen lassen. Die Orangenschale und das verquirlte Ei dazugeben.
  2. Mehl mit Salz, Backpulver und allen Gewürzen vermischen und einrühren.
  3. Eine Kastenform mit Backpapier auslegen und den Teig einfüllen, die Oberfläche mit kandierten Ingwerstückchen bestreuen. Bei 165°C Umluft etwa 40 Minuten backen.

Gutes Gelingen!

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