April 2018 – Produkt des Jahres

Es gilt als das stärkste natürliche Antibiotikum. Die Propolis,  natürliches ‚Desinfektionsmittel‘ der Bienen. Es ist ein Gemisch aus vielen unterschiedlichen Stoffen und hat antibiotische, antivirale und antimykotische Wirkung, welches Viren, Pilze und Bakterien aus dem Stock fernhält. Ältere Sammelbienen nagen klebrige  Harze von Knospen, Blättern und Zweigen verschiedener Bäume, vornehmlich Pappeln, ab und bringen diese zusammen mit den Blütenpollen in den Bienenstock. Es sind in der Regel immer nur relativ wenige Bienen eines Volkes, die dieser kraftraubenden Tätigkeit nachgehen. Pro Flug sammelt eine Biene etwa 10 mg Propolis. Man schätzt, dass in Europa ein Bienenvolk 50 – 150 g Propolis im Jahr sammelt. Stockbienen nagen dann die Harze von den Hinterbeinen ab und fügen dabei Drüsensekrete und Wachs hinzu. Diese fertige Propolis wird dann an verschiedenen Stellen des Bienenstockes zum Schutz vor Kälte, Nässe und Zugluft, aber auch zur Verhinderung des Eindringens von Schädlingen und zur Verteidigung vor Mikroorganismen eingebaut. 

Inhaltsstoffe: Propolis besteht aus Harz und Balsamstoffe (hauptsächlich Flavonoide), Wachse, ätherischen Ölen, Pollen, Mineralstoffe, Spurenelemente, organische Säuren und Aromastoffen. Die Flavonoide sind für die immunstärkenden Eigenschaften der Propolis verantwortlich, sie dienen als natürliches Antibiotikum gegen Bakterien, Viren und Pilze.

Herkunft: Propolis wird von den Bienen zunächst aus den harzigen Bestandteilen von Wunden und Knospen verschiedener Bäume (vor allem von Birken, Buchen, Erlen, Fichten, Pappeln, Rosskastanien und Ulmen) gesammelt. Aus der unterschiedlichen Herkunft erklären sich auch die Unterschiede in der Farbe des Kittharzes. Das Propolis der Erle ist gelb, der Rosskastanie rot, der Schwarzpappel braun und das der Birke schwarz.

Wirkung: Die Propolis-Wirkung ist die von einem Breitbandantibiotikum.

  • Antibiotische Wirkung: Hemmt das Wachstum von Bakterien, Vieren und Pilzen, tötet sie ab
  • Antibakterielle Wirkung: Streptokokken, Salmonellen
  • Betäubende Wirkung (lokalanästhesierende Wirkung)
  • Entzündungshemmend, desinfizierende Wirkung u. wundheilend
  • Durchblutungsfördernd
  • Neutralisierende Eigenschaften gegenüber Herbiziden, Hormonen, Antibiotika u. Konservierungsgiften
  • Stärkung des Immunsystems
  • Konservierungsmittel
  • Keine Resistenzbildung gegen Propolis durch die Sortenvielfalt

Gewinnung:;

  • Bei Reinigungsarbeiten. Abkratzen von Zargen, Rähmchen, Deckeln,…
    Hat den großen Nachteil, das die Sauberkeit, Reinheit nicht gewährleistet ist.
    Wird bei der Bienengaertnerin deshalb auch nicht gemacht.
  • ‚Planmäßige Propolisgewinnung‘ (Sackleinen, Leikart-Rahmen, Propolisgitter, Propolisgewebe,…)
    Einlage, die für einen bestimmten Zeitraum gezielt eingebracht wird.
    Sehr kleine, feinmaschige Zwischenräume in den Einlagen (1 bis max. 4 mm)

Die Gitter werden nach der ‚Ernte‘ eingefroren. Bei diesen tiefen Temperaturen ist Propolis dann sehr spröde und springt beim leichten Biegen oder Rollen des Kunststoffgitters von diesem ab.

Produkt des Jahres bei der Bienengaertnerin:

Die letzten 2 Jahre war es leider sehr wenig – einfach da die Propolisgitter üblicherweise ab der Sommersonnenwende oder nach der Honigernte eingelegt werden. Vorher ist es oft mehr Wachs als Propolis. Die Bienen sammeln Propolis zwar während der ganzen Saison, bei starker Tracht wird der Propoliseintrag aber fast ganz vernachlässigt. Da für das Behandeln und Auffüttern zur Einwinterung die Gitter herausgenommen werden blieb damit einfach zuwenig Zeit. Heuer wird einiges umgestellt und viel Wert auf die Gewinnung von Propolis gelegt. Es wird nichts von den Bruträhmchen abgeschabt, es wird relativ früh (Anfang Juni) überall ein Gitter eingelegt und geprüft ob der Wachsanteil nicht zu hoch ist. Es wird das Gitter häufig gewechselt um neues, weiteres Propolis zu gewinnen.

Zu beachten: Natürlich darf bei aller Euphorie für die Naturheilkunde nicht vergessen werden, dass es Krankheiten gibt, die den Einsatz konventioneller Therapien erfordern. Nicht jede Krankheit lässt sich mit natürlichen Mitteln bekämpfen. Jede Erkrankung erfordert ein sorgfältiges Abwägen der angezeigten Therapien, unter Einbeziehung fachlicher, ärztlicher Hilfe. Doch läßt sich leicht etwas vorbeugen und nicht immer muß gleich zu Medikamenten gegriffen werden. Eine normale Erkältung, ein Lippenherpes oder eine kleine Wunde können gut mit den Wirkstoffen aus der Natur versorgt werden – etwa mit Propolis.
Weltweit wird geschätzt, das ca. 3-5 Prozent der Menschen unter einer Allergie gegen Propolis leiden, besonders Menschen mit anderen Allergien sind von der Propolis Allergie betroffen. Die Propolis Allergie ist eine Kontaktallergie. Wer hier Beschwerden bei sich nach dem Kontakt mit propolishaltigen Mitteln feststellt, sollte einen Allergologen oder seinen Hausarzt aufsuchen, um einen Allergiestet durchführen zu lassen. Bei mir ist das zum Beispiel der Fall, ich habe Reaktionen auf den Stich von Bienen und der Verwendung von Propolis gespürt, mich austesten lassen und beides trifft bei mir leider zu. Es bedeutet für mich nur, damit bewusster umzugehen. Gestern habe ich beim Arbeiten am Bienenstock 3 Stiche bekommen, vor ein paar Tagen 5 – mit dem ‚Bite away‘ wird das für mich recht gut entschärft und Propoliscreme und Spray verwende ich weiterhin – nur in kleineren Mengen und bewusst. Die Menge macht das Gift…

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