Es war doch sehr zeitintensiv, gerade in den letzten 12 Monaten. Vieles ist dafür zurückgestellt worden und es wurde nun Zeit es abzuschließen. Doch hat es sich auch sehr gelohnt. Es war in diesem Meisterkurs vieles umfangreicher, detailierter als in den vorherigen Lehrgängen – der ‘Meister’ ist im EQR auf Stufe 6/8 nun dem Bachelor und Ingenieur gleichrangig gestellt.

‘Meister Bienenwirtschaft’ – die Qualifizierung zum Meister ist die höchste Stufe der beruflichen Ausbildung in der Land- und Forstwirtschaft. Es waren 3 Ausbildungswinter mit jeweils 2 Wochen Blockunterricht im Januar, Praxiswoche im Mai und verschiedene Wochenkurse z.B. zum Ausbilderlehrgang. Es wird intensive Beschäftigung mit dem eigenen Betrieb vermittelt – ein volles Wirtschaftsjahr mit doppelter Buchführung über die eigene Imkerei. So musste im AGRIS für ‘das Betriebsjahr 2018’ eine Inventur der Bienengaertnerin erstellt werden, und die Buchhaltung des ganzen Jahres geführt werden. Die Daten waren dann auch mit den eigenen Bilanzkennzahlen Teil der Meisterarbeit. Es wurden Deckungsbeiträge ermittelt – sind auch Teil der Meisterarbeit. Was für variable Stückkosten entstehen für ein Glas Blütenhonig, 500g ? Welche Rentabilität ergibt sich für die eigene Imkerei? Erst durch die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse gewinnt die Buchführung an Aussagekraft. Im beobachteten Jahr 2018 sind die Daten der eigenen Imkerei schon sehr überschaubar. Es wurden in den letzten 2-4 Jahren vieles an Geräten und Material angeschafft. Die Ausbildung hat auch Kosten verursacht und doch trägt die kleine Imkerei die laufenden Kosten. Es ist nun alles vorhanden um aus eigener Kraft sich zu erhalten und aus sich selbst heraus zu wachsen. Die Imkerei setzt kein Fremdkapital ein und soll das investierte Startkapital auch mal zurückzahlen.

Der fachspezifische Teil ist doch kleiner als der Bereich  zur Betriebs- und Unternehmensführung. ‘Leben der Biene’ beinhaltet auch die Anatomie und Ökologie. Die ‘Bienenpflege’ alle Arbeiten des Bienenjahres. Umfangreich die ‘Bienenprodukte’ – Die Biene ist nicht nur Honig – Wachs, Propolis, Pollen und auch ihre Verwendung in Imkerprodukten(z.B. Met). Breit gefächert und zu Recht mit einem sehr hohen Stellenwert die ‘Bienenkrankheiten und Schädlinge‘ (Brutkrankheiten, Krankheiten der erwachsenen Biene und Parasiten). Viel Zeit habe ich mit der Königinnenzucht verbracht. Die Vererbungslehre mit den Erbsen des Hr. Mendel  :-). Grundlagen der Genetik  sind doch auch für professionelle Zucht gerade mit den Besonderheiten der Honigbiene eine nötige Basis.

Der Ausbilderlehrgang als Teil der Meisterausbildung bringt die Eignung zum Ausbilder mit. Wobei Imkerlehrlinge doch eine seltene Ausnahme in der Landwirtschaft sind. Und die Bienengaertnerin auch kein anerkannter Lehrbetrieb ist.

Auch wenn es sehr zeitintensiv war, es hat auch viel gebracht. Die Bienengaertnerin wird sich leicht vergrößern und hat alle Vorausetzungen auch mal als Betrieb geführt zu werden. Fachlich hat sich vieles vertieft und gerade Buchführung, Marketing, Betriebs- und Unternehmensführung sind die Grundlagen für einen vielleicht kommenden landwirtschaftlichen Betrieb.

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Naturkosmetik, Salben selber machen ist nicht schwer – kann ja sogar ich  🙂 Die wirklich einfache Herstellung macht mir auch Spaß und anschließend weiß ich auch ganz genau, welche Inhaltsstoffe sich in “meiner” Salbe verbergen. Und es ist eine Salbe, die nicht mit einer Creme verwechselt werden darf. Eine Salbe besteht aus einer Fettphase und Zusätzen. Sie dient in erster Linie medizinischen Zwecken, da sie nicht sofort einzieht und auch nur schwer abwaschbar ist. Als Konsistenzgeber sorgt bei mir Bienenwachs für die Streichfähigkeit. Bei der Creme kommt zur Fett- noch eine Wasserphase hinzu. Damit sich Fett und Wasser verbinden, benötigt eine Creme zusätzlich einen Emulgator. Das ist bei der Salbe nicht notwendig. Salben sind wesentlich fetthaltiger und es werden oftmals Arzneien/Kräuter untergerührt. Nach dem Auftragen können die heilsamen Wirkstoffe über die Haut aufgenommen werden und sich im Körper verteilen. Cremes haben im Vergleich zu Salben eine wesentlich weichere Konsistenz und zählen zu den kosmetischen Produkten. Das liegt daran, dass in diesen der Wassergehalt wesentlich höher ist als in Salben. Lotionen oder Bodymilks sind eine Form der Cremes. Sie sind flüssiger als diese und enthalten einen noch höheren Wasseranteil. Er beträgt in solchen Produkten meist um die 70 Prozent.

Eine Salbe mit Propolis hat einen schützenden Effekt. Sie ist bei trockener Haut hilfreich und versorgt die Poren mit Feuchtigkeit. Viele Menschen haben in der winterlichen Kälte das Problem, dass die Hände rissig und spröde werden, hier ist eine schützende Salbe mit einem hohen Fettanteil empfehlenswert. Die Salbe kann auf dem ganzen Körper angewandt werden, beachtenswert ist aber hier natürlich, dass eine fetthaltige Salbe nicht so leicht in die Haut einzieht wie eine Creme mit einer Wasserphase. Die Salbe ist recht fettig, deswegen ist sie nicht als tägliche Pflege oder für die sensible Haut geeignet, sondern tatsächlich nur bei Bedarf. Ich mache die Salben gerne und verwende auch selbst sehr viel davon. Gerade hab ich für Freunde eine Version mit Leinöl gemacht und aus Neugier für mich gleich eine mit Mandelöl – hier die Inhaltsstoffe dazu.

‘Natur Pur’-Salbe:

Diese Menge ergibt 5 x 50 g Dosen und ist der Klassiker der ‘Imkersalben’ (Natur Pur, Drescher, Zangerl).  Auf der Haut spielt Propolis seine Stärken aus, besonders in Verbindung mit Bienenwachs und Honig ergibt sich eine Substanz, die der Haut gut tut. Juckreiz wird gelindert, Hautirritationen oder Reizungen lassen sich beschwichtigen und ganz nebenbei bekommt die Haut selbst eine seidige Frische. Trotz meiner eigenen Propolisallergie verwende ich sie oft und gerne, aber doch auch mit Vorsicht. Rund 3-4 % aller Menschen reagieren allergisch auf Propolis.  Am besten zuerst eine winzige Menge auf einer unempfindlichen Hautstelle aufgetragen, um sich so selbst auf eine Allergie zu testen. Die innere Einnahme von Propolis hingegen sollte in Absprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker erfolgen.

Bis jetzt gab es hier immer nur ‘Natur Pur’ – und nun aus Anlass für einen Freund eine Variante mit Leinöl – von einem fränkischen Biohof. Vor allem da das Leinöl doch keinen frischen angenehmer Geruch hat sind Kakaobutter und Kamille mit dazugekommen. Bei ‘Natur Pur’ ist das Ölivenöl der doch angenehme, natürliche Hauptbestandteil im Duft. In dieser Leinöl-Salbe ist der Duft nun auch durch Kamille und Kakaobutter recht angenehm.

‘Leinöl-Salbe’:

Die Kakaobutter gibt der Salbe noch mehr Fett und ist gerade für Lippen/Lippenstifte sehr gut geeignet. Es sind in dem Versuch nur 10 g geworden da mein Edelstahlkännchen mit den Zutaten schon zu voll war   🙂  In der nächsten Leinöl-Salbe wird weniger Leinöl und mehr Kakaobutter drin sein. Leinöl ist ein pflanzlicher Lieferant von Omega-3 Fettsäuren, Nachteilig ein bischen seine eher kurze Haltbarkeit.

Beim zusammenstellen der Zutaten für die Leinölsalbe und dem Nachlesen der Wirkung von Ölen auf der Haut ist gleich noch eine Variante mit Mandelöl für mich dazugekommen… 🙂 Oft in der Massage verwendet wirkt es tief in die Hautschichten. Neben den Fettsäuren enthält es wichtige Vitamine und Mineralien, die zusammen einen positiven Effekt auf das Erscheinungsbild der Haut ausüben. 

‘Mandelöl-Salbe’:

Ergibt die 4,5 x 50 g Dosen auf dem Bild mit diesen Zutaten. Schon der Duft der Salbe ist zum reinbeißen  🙂  Beim nächsten mal werde ich hier den Anteil vom Mandelöl etwas erhöhen, die anderen Zutaten so lassen. Von diesem Hersteller gibt es auch eine 250 ml Flasche, die dann für 6 x 50 g Dosen gut reicht.

Mandelöl zur Hautpflege sollte ausschließlich aus Süßmandeln gewonnenes Öl und kalt gepresst sein. Es ist besonders fett, reich an Vitaminen und rückfettenden Substanzen. Ganz besonders punktet Mandelöl bei Menschen mit trockener oder sensibler Haut.

Im ungeöffneten Zustand und bei optimaler Lagerung hält das Pflanzenöl durchschnittlich zehn Monate. Nach dem Öffnen ist es doch auch zügig zu verbrauchen und im Bereich von 3-6 Monaten verwendbar.

 

Mit einem Edelstahl-Milchkännchen und einer Edelstahl-Schüssel ist die nötige Ausstattung für die eigenen Salben schon vollständig.  Als Imker hab ich hochwertiges (Deckel)Wachs, Honig und Propolis aus eigener Produktion ja schon in eigener Hand und lege dann bei den restlichen Zutaten Wert auf ebenso hochwertige natürliche Inhaltsstoffe. Mit wenig Aufwand ist es möglich eine gesunde Hautpflege herstellen. Dabei kann jeder selbst entscheiden mit welchen Inhaltsstoffen die eigene Haut gepflegt werden soll. Naturkosmetik und Bio-Kosmetik verzichten auf künstliche Stoffe und sind daher in der Regel besser verträglich. Selbst gemachte Salben/Cremes sind natürlich, ohne Emulgatoren, synthetischen Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen. Sie ist frei von Tierversuchen, Mikroplastik, Palmöl oder anderen bedenklichen Inhaltsstoffen. 

  1. Öl mit Wachs in der Schüssel über Wasserdampf erwärmen – Wenig Rühren.
    Wachs schmilzt bei ca. 60 ° und die Schüssel schon vom Wassertopf nehmen bevor noch das letzte Wachs geschmolzen ist.
    Das warme Öl in das Kännchen geben und ca. 15 Minuten warten, bis die Temperatur für die nächsten Schritte sinkt.
  2. Wenn es auf ca. 45 ° abgekühlt hat die anderen Zutaten (Honig, Propolis, ggf. Kakaobutter,…) langsam einrühren.
    Das Wachs wird hier schon wieder fest und bestimmt den Zeitpunkt für den nächsten Schritt.
    Sichtbar dadurch, das
  3. Zügig in die Dosen abfüllen, da es nun beim abkühlen bald zu fest wird.
    Bei Bedarf nochmal kurz über das kochende Wasser halten um zum abfüllen die nötige flüssige Konsistenz zu halten.

Bei der Zugabe von ätherischen Ölen und Kräutern und Co sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt. Die Haltbarkeit wird oft vom Öl bestimmt, da die Imkerprodukte selbst keine wirklich spürbaren Grenzen in der Haltbarkeit haben. Somit bestimmt das Ablaufdatum des Oliven/Lein/Mandelöls den Zeitpunkt bis zu dem eine Haltbarkeit gewährleistet sein sollte. Natürlich noch abhängig von den weiteren Zugaben in die Salbe. Der Bestandteil mit dem kleinsten Haltbarkeitsdatum bestimmt das vorherzusehende Nutzungsende.

Da für den eigenen Bedarf ja oft nur kleine Einheiten gemacht werden und es doch einfach und schnell geht, sollte die Haltbarkeit kein wirkliches Kriterium sein – die nächste für mich wird schon alleine wegen dem Duft wieder mit Mandelöl und Kakaobutter sein  🙂

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Das erste Buch der Bienengaertnerin ist gerade in der Erstausgabe erhältlich. In 2 Auflagen, Honigfarben gebunden in Leinen und im weißen Hardcover mit Fotodruck. Und nein, es kann nicht käuflich erworben werden, das muß man sich verdienen   🙂  Herzlichen Dank an die nette Buchbinderin und die 5 Lektoren die sich viel Zeit genommen haben in Probelesungen die schwere Kost spürbar zu verbessern. Mit vielen Anhängen sind es 107 Seiten geworden und die gemeinsamen Lesungen zur Qualitätssicherung waren zeitintensiv und doch sehr wichtig. Zwei der Honigfarbenen werden nun als Meisterarbeit demnächst abgegeben und die zwei Hardcover verschenkt. Ein Nachdruck und Verkauf ist nicht vorgesehen    🙂

Die letzten Monate ist da wirklich sehr viel Zeit  hineingeflossen und einiges ist selbst im Urlaub in Südeuropa abends auf der Terasse eines Landhauses mit einer Flasche Rotwein entstanden. Vieles ist dadurch liegengeblieben und zurückgestellt worden und es befreit doch sehr, das gebundene Exemplar bald abzugeben. Nun wird noch eine Präsentation vorbereitet – 15 Minuten vor einer Kommisson und 30 Meisteranwärtern, die sich das anhören dürfen   🙂  Die Bewertung wird dann 70 % aus der Note der schriftlichen Arbeit kommen und 30 % aus der Präsentation. Der schriftliche Teil ist Voraussetzung für die nun kommende kommissionelle Abschlussprüfung bei der dann im Anschluss an die Präsentation auch ca. 30 Minuten Fragen und Diskussion zur Arbeit die mündliche Note bestimmt.

Die Struktur ist schon stark vorgegeben – im Normalfall ist die Meisterarbeit ein Projekt aus dem Umfeld der eigenen Imkerei – hier ist das Thema doch eine Ausnahme.  Zuerst wird die eigene Imkerei beleuchtet und es sind wirtschaftliche Kennzahlen aus der eigenen Buchhaltung (verpflichtend in der Ausbildung 1 Jahr doppelte Buchführung) gefordert. Interpretation der eigenen Zahlen und beschäftigen mit der Wirtschaftlichkeit des eigenen Betriebes. Deckungsbeiträge der eigenen Produkte sind gefragt und es ist nötig, sich intensiv mit dem eigenen Betrieb und dem Umfeld auseinanderzusetzen. Im Projekt gilt es ein klassisches Projektmanagement aufzusetzen – Strukturplanung, Aufwandsschätzung, Terminplanung, Materialplanung, Risikomanagement, Erstellung der Projektpläne. Also nicht gerade das, was ein Landwirt, Imker so gerne und regelmässig macht   🙂   Nicht wenige in der Meisterausbildung haben hier recht gelitten… 

Die Meisterarbeit erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Betrieb. Es werden Stärken gefunden, aber noch wichtiger die Schwächen, bei denen viel verbessert werden kann. Die eigene Betriebswirtschaft wird analysiert und es findet sich viel Potential, wo optimiert werden kann. Auch die ‘Produktion’ und die arbeitswirtschaftliche Sicht wird hinterfragt.

Ein wichtiger Meilenstein und doch noch nicht das Ziel. Es kommen noch Unterrichtswochen und Ende März die Abschlussprüfung. Mit der Meisterarbeit ist nun aber viel geschafft – das Herzstück der Ausbildung abgegeben. Fast alle schriftlichen Prüfungen sind nun schon abgeschlossen und wenn die Präsentation der Meisterarbeit auch noch positiv ist, sind die schwersten Hürden genommen. Die theoretischen Fächer: Recht, Steuerrecht, Sozialversicherungen und die Buchführung sind vorbei und es kommt der fachspezifische Teil, der doch ‘leichter’ sein sollte. Auch wenn die letzten Monate mit der Meisterarbeit eine deutlich spürbare Belastung waren, hat sich die ganze Ausbildung jetzt schon gelohnt. Die Bienengaertnerin ist noch kein Betrieb sondern immer noch ein Hobby. Aber mit der Meisterausbildung ist es doch nun jederzeit möglich aus dem Hobby eine Berufung zu machen   🙂

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Beim größten Imker Österreichs, vielleicht auch beim größten Bio-Imker im deutschsprachigem Raum – “Bienenhof Mandl Olvia“. Ein Herbsttag mit Betriebsbesichtigung und Führung, damit die Bienengaertnerin sieht wo es hingeht und was aus einer Imkerei so werden kann  🙂  Im alten Brauhaus von Schwechat wird heute nicht mehr Bier, sondern Biohonig abgefüllt.

Nicht weit vom Wiener Zentralfriedhof das altehrwürdige Gebäude in 2320 Schwechat Brauhausstraße 6-8

“Berufsimkerinnen und Imker gibt es in Österreich nur wenige (ca. 1%), allerdings bewirtschaften diese knapp 20 % der Bienenvölker – In 2018 28.009 Nicht-Erwerbsimkerinnen und -imker in österreichischen Verbänden sowie 423 Erwerbsimker. Die 423 Erwerbsimker hielten insgesamt 80.165 Völker. “

(Quelle: Struktur der Bienenhaltung in Österreich).

Und hier ist die Zentrale von 10.000 Bienenvölkern… Seit ca. 8 Jahren ein Bio-Betrieb und ca. 600 Standorte, die meisten im Umfeld von Wien. Eine beeindruckende Geschichte und das alles ist in 13 Jahren entstanden. Es sind 6 festangestellte Imkermeister und 8 Facharbeiter. In der Saison betreuen diese nicht nur unzählige Bienenvölker sondern auch bis zu 40 ‘Erntehelfer’, die in Gruppen ihr ‘Revier’ bearbeiten. In Wien stehen 2.000 bis 3.000 Völker und alleine diese anzufahren und zu betreuen ist schon eine Herausforderung. Ein Standort hat meist 20/25 Völker – das ist dann die Größe der Bienengaertnerin… Also jetzt muss die eigene Imkerei sich nur noch um das 600-fache vergrößern und der Herr Mandl kann sich warm anziehen   🙂

Wobei der Bienenhof doch eine eigene, besondere Geschichte hat und ist und die Bienengaertnerin nicht versuchen wird sich daran zu messen…

Der alte Festsaal der Brauerei ist nun Lager und Verarbeitungsstätte – Alleine was hier auf dem Bild zu sehen ist übersteigt den Wert der Bienengaertnerin um ein vielfaches… Ca 150 Tonnen Honig gehen hier in der Saison durch. 150.000 kg… Logistiker hätten hier eine Freude daran – Die Zargen aus dem Bienenvolk gehen hier rein und im Edelstahlgroßgebinde (wohl 300 kg je Fass) wieder heraus. Das will schnell und platzsparend gemacht werden – gerade Platz ist in einer Imkerei und in der Stadt immer ein Engpass.

Die Schleuderstraße – 10 Meter lang und vollautomatisiert. Hier ein wirklich schönes Video der aktiven Schleuder im Festaal – es sind 47 Minuten Dokumentation, aber ein wirklich schöner Einblick und sehr sehenswert. Auch wenn bei 10.000 Völkern nicht alles so rund läuft – es wurde hier großes aufgebaut und doch ist es sympathisch geblieben.

10.000 kg Honig je Tank – JE TANK – Was durch die Schleuderstraße durchgeht ist in der Stunde weit mehr als die Bienengaertnerin im Jahr hat… Das will auch schnell und sofort gelagert werden und das geht nunmal nicht in 20-Liter Eimern die durch die Gegend getragen werden…

Alleine was an Material, Platz, Logistik gebraucht wird um diese Dimension zu erreichen, zu betreuen ist schon eine eigene Liga. 150.000 kg Honig pro Jahr ist auch in 300-Liter-Fässern nicht wenig. Also mindestens 500 solcher Fäßer wollen gefüllt, bewegt, gelagert werden. In 500 gr Gläsern abgefüllt sind das 300.000 Honiggläser…

Eigenes Wachs ist für einen Bio-Betrieb eine wichtige Grundlage – bei 10.000 Völkern und einem Schnitt von 1 kg Wachsertrag je Volk ist an eine manuelle Wachsverarbeitung nicht zu denken. Auch hier ist groß schon fast nicht groß genug. Eine Wachspresse hat auch ihren Platz in der alten Festhalle. Ich bin schon froh über 20 kg Wachs im Jahr, dafür wird die Presse nichtmal eingeschaltet…

Auch wenn alles hier in einer Dimension ist, die einen Kleinimker doch sehr beeindruckt: 10.000 Königinnen macht der Bienenhof im Jahr, ca. 4,5 Tonnen Propolis, … hab ich Stefan zwei, dreimal als bodenständigen, sympathischen Imker kennengelernt. Auch wenn die Bienengaertnerin wohl eher nicht in dieser Liga mitspielen wird, am Imker darf man sich ein Beispiel nehmen. 

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Winter is coming… – Für die Mädels der Bienengaertnerin immer so Anfang Juli… Ein wieder ungewöhnliches Imkerjahr geht zu Ende und ist auch gleich der Anfang für das nächste. Die Honigernte, das Einwintern verbindet auch gleich das Auflösen von schwachen Völkern und das Erstellen eigener Kunstschwärme mit neuen Königinnen. Ungefähr ein Drittel der Völker wird regelmäßig ausgetauscht, aufgelöst und  durch Ableger und Jungvölker ersetzt. Heuer mehr als sonst – es sollen 25 Völker in den Winter und 15 davon werden junge Königinnen aus 2019 sein. 12 dieser 15 sind Reinzuchtköniginnen und somit Belegstellenbegattet.

Impressionen der Königinnenzucht. Wobei es ‘nur Vermehrung‘ ist und die Bienengaertnerin zu klein für eine richtige Zucht bleiben wird. Aber auch eine kleine Hobbyimkerei wird bestimmt durch die Gesundheit und Stärke der eigenen Völker und das wiederum durch eine Königin die das schafft. Ein Bilderbuch aus dem Juni – mit der Wiener Stadtbelegstelle ‘Sulzwiese‘. 10 Apidea mit jungen Sklenar-Prinzessinen sind Mitte Juni zur Begattung aufgeführt worden. Gerade Landbelegstellen haben es im Vergleich zu Hochgebirgsbelegstellen, Inselbelegstellen immer etwas schwieriger gesicherte Anpaarung zu bieten. Im Umfeld einer Großstadt, mit sehr hoher Bienendichte, ist die Sulzwiese eine Möglichkeit guter Begattung im Vergleich zur Wiener Standbegattung. Karte zur Lage.

Prächtig herausgeputzt wurde die Belegstelle heuer. In der Betreuung meines Imkervereins ist hier in den letzten Jahren sehr viel passiert. Nachdem ein Umzug innerhalb des Lainzer Tiergartens leider nicht umgesetzt werden konnte, ist viel renoviert, erweitert worden. Es ist mehr Platz geschaffen worden, alles entstaubt und modernisiert worden. Viel Arbeit ist hier eingeflossen – getragen von den Vereinsmitgliedern, unterstützt vom Wiener Landesverband. Die Bienengaertnerin arbeitet hier mit und seit Jahren wird der Großteil der eigenen Königinnen hier aufgeführt.

Mit ‘BG’ sind die Bienengaertnerin-Apideas gekennzeichnet 🙂  Alte Ständer wurden durch diese neuen ersetzt und die Anzahl der Plätze stark erweitert. 10 Bienengaertnerin-Apideas waren aufgeführt und bleiben dann 14 Tage für die Begattung. Die von Hans Fuchs betreuten 20 Vatervölker stehen mehr als 1 km entfernt an einem eigenen Standplatz im Tiergarten.

Positiver Check   🙂 Nach 14 Tagen wird kontrolliert, ob noch Bienen da sind… eine begattete Königin nun ihrer Arbeit nachgeht   🙂 Hier am Apidea-Rähmchen sind fleissige Bienchen, die Brut in allen Stadien pflegen – das will der Imker sehen   🙂 Es wurden 9/10 erfolgreich begattet – eine traumhaft gute Quote und eine neue Generation an Königinnen, die im nächsten Jahr doch hoffentlich ein starkes Wirtschaftsvolk führt. Eines war bienenleer, da hat wohl beim Erstellen/Befüllen des Apidea etwas mit der Annahme der Königin nicht geklappt.

Eine der Prinzessinen, nun als begattete Königin… Schön zu sehen, wie ihr Hofstaat einen Kreis zu ihr bildet. Bevor sie dann in eine Magazinbeute kommt um ihr Volk für den Winter aufzubauen, bekommt sie noch ihr Jahrespickerl. Die Königinnen der Bienengaertnerin sind immer, naja, fast immer… gezeichnet. Meist erst nach der Belegstelle oder auch mal später im Jahr bei standbegatteten Könginnen.

Nach dem Abholen von der Belegstelle warten die neuen Königinnen auf ihr Volk. Meist ist das vorbereitet, hängt aber auch vom Begattungserfolg ab, der ja erst beim Abholen bekannt wird. Heuer ist das wieder etwas anders und teils dauert es 2-4 Wochen bis die Königinnen in ihr neues Volk kommen. Diesmal recht oft als Kunstschwarm. Die Bienengaertnerin setzt zur Honigernte gleich alles auf frische Mittelwände um. Arbeitsintensiv, materialintensiv und doch ein frischer Neustart zur Vorbereitung in den Winter.

Inzwischen sind 4 der 9 neuen Königinnen schon in den Einsatz gegangen   🙂   Die nächsten beiden in den kommenden Tagen und Anfang August. Dann sind 15/25 Völkern mit neuen 2019-Königinnen bereit in den Winter zu gehen. Ein frischer Neustart – junge Königinnen auf sauberen, neuen Waben. Beste Vorrausetzungen stark in den Winter zu gehen, gesund aus dem Winter zu kommen.

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Reisende soll man ziehen lassen – ja, stimmt wohl meist – aber nicht beim eigenen Bienenvolk… Heuer sind die Mädels doch recht reiselustig. War es letztes Jahr kein einziges Volk mit Schwarmstimmung hab ich heuer nun schon das 5. aus dem Baum geholt. Also im Mai verbringt der Imker viel Zeit im Baum  🙂 Der Bienenschwarm ist ein faszinierendes Phänomen und der natürliche Vermehrungstrieb. Ein beeindruckendes Naturereignis. Diese Wolke von Bienen erzeugt einen ganz speziellen Ton. Zweimal durfte ich schon in einem gerade ausziehenden Schwarm stehen und es ist wie das Schwarmfangen ein bleibendes Erlebnis.

Ein Bilderbuch des heurigen Frühlings – Am Anfang das, was der Imker so ungern sieht – Schwarmzellen am Naturdrohnenbau. Durch die Umstellung auf Jumbo ist so ein großes Rähmchen schon herrlich anzusehen und erleichtert die Schwarmkontrolle doch immens. Auch wenn Schwarmzellen nicht das Lieblingsbild des Imkers sind…

Ein Prachtstück  – der größte heuer   🙂  Und so angenehm zum Pflücken. In nur 2 Meter Höhe direkt hinter der Beute, aus der er ausgezogen ist. Ein sehr dankbarer Schwarm  🙂 Ein richtiges Vollvolk, das einfach nur umgezogen ist… Ohne Leiter schon fast gemütlich zum Abschütteln in das Schwarmkisterl. Und dann noch eine schwarmträge Reinzuchtkönigin aus 2018. Das mit dem Schwarmträge muß sie mir mal erklären…

Mein Lieblingsbaum… Naja, wohl eher für die Bienen… Drei Schwärme hingen hier auf ca. 6 m. Beim letzten mal hab ich ernsthaft überlegt die Leiter gleich stehen zu lassen… Als erstes sollte der Imker schon überlegen, ob er das riskieren will. So faszinierrend ein Schwarm doch ist, so ungern ein Imker ihn verlieren will, er ist die eigene Gesundheit nicht wert. Das hier ging so gerade noch – mit Ruhe und genug Zeit, aber nur da sie nicht weit aussen hingen, sondern nahe am Stamm, erreichbar von der Leiter aus. Also doch immer erst drüber nachdenken, ob es ein vertretbares Risko ist und ihn im Zweifel lieber ziehen lassen.

Und hier sollen sie rein – Schwarmkisterl mit Kehrtrichter. Auch einiges an Gewicht, wenn es auf 6 Meter im Baum mit einer Hand gehalten wird… Zur Not geht auch ein Karton, viele haben auch Teleskopstangen und Schwarmfangsack. Ein bisschen Geschmacksache und was gerade zur Verfügung steht. Im Imkerauto ist das in der Schwarmzeit alles meist im Auto, nur dann nicht, wenn es gebraucht wird…


Eine gute Idee ist immer den Schwarm nass zu machen. Der Schwarm zieht sich zusammen, fliegt nicht auf, nicht so leicht weg. Bei abstossen, abschütteln geht er leichter in die Kiste. Ein Schwarm, der sich frisch gebildet hat ist im Normalfall sehr friedlich. Sitz er schon länger oder ist schon länger unterwegs, kann der Reiseproviant schon weg sein und die gute Stimmung auch… Also schon erstmal mit Vorsicht abschätzen ob die Mädels noch gut gelaunt und entspannt sind…


Ab in die Kiste… Wichtig ist die Königin zu erwischen, der Rest kommt dann von alleine nach… Zügig abschütteln, abfegen, sie sollen ja nicht gestreichelt werden… Immer abhängig davon wie sie sitzen, wie erreichbar sie sind. Hier leider doch recht auseinandergezogen am dicken Ast. Beim ersten Versuch sind nur ca. 70 % erwischt worden und es ging ein zweites mal in den Baum…

In 6 Meter Höhe, am dicken Ast war der schon nicht so leicht zu erwischen. Ich sollte mit der Gartenbesitzerin mal reden und den Baum durch einen jungen mit max. 2 Meter ersetzen… Am Samstag geht es wieder zur Kontrolle hin. Wieder wird das ein erster schöner Tag nach einer Schlechtwetterperiode sein. Der erste Blick beim Betreten des Gartens ist dann wieder prüfend zum Baum…


Das Ergebnis… 2-3 kg Bienen, der hier war eher durchschnittlich und die Königin ist wohl dabei. In der Traube natürlich nicht sichtbar, aber am Verhalten der Bienen auf dem Schwarmkisterl erkennbar. Sie wollen rein und nicht raus  🙂  Ein deutliches Zeichen, dass sie die Pheromone der Königin in der Kiste wahrnehmen und von ihr angezogen werden. Ein weiteres Jungvolk für das nächsten Jahr.

Nun sind es doch etwas viele geworden – 24 eingewintert, 22 ausgewintert und nun 5 Schwärme eingesammelt. Bei 25 Standplätzen und 25 Beuten wird das langsam eng. Wenn das so weitergeht werden die Mädels doch Wohngemeinschaften machen müssen  🙂 Ein doch wieder ungewöhnliches Bienenjahr. Honig wird heuer nicht viel zu erwarten sein, aber dafür viele Bienen…

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Da stell’n wa uns ma janz dumm… und fragen uns mal, was ist denn eigentlich eine “Biene“.  Fast alle würden wohl an der doch eigentlich recht leichten Frage scheitern…  Die Anzahl der Bienen ist noch nicht wirklich erfasst, es wird so mit ca. 20.000 verschiedenen Bienenarten weltweit gerechnet, ca. 700 davon sind in Österreich nachgewiesen und 1 davon bringt Honig, im allgemeinen Sprachgebrauch als  “Biene” bekannt…. Weltweit wird von nur 9 “Honigbienenarten” ausgegangen, 8 davon sind nur in Asien heimisch und nur unsere Apis Mellifera kommt ausserhalb Asiens vor.

“Unsere Biene” hat sich in ihren Siedlungsgebieten regional doch etwas unterschiedlich entwickelt und damit einige “Unterrassen“. In Österreich ist das Bienenzuchtgesetz ein Landesrecht und gibt in fast allen Bundesländern die Haltung der “Carnica” zwingend vor. So auch hier in Wien. Für einen anerkannten Königinnenzüchter ist es dadurch erforderlich zu seinen Handwerk, seine Zucht zu dokumentieren, prüfen, bewerten. Es dauert drei Jahre mit Untersuchung der Nachkommen verschiedener Jahre um eine “zuchtwürdige Königin” zu definieren. Es geht dabei um die Abschätzung, wie stabil das Erbgut des Volkes ist. Ein Teil dieser Arbeit ist dann auch die reinrassige Abstammung nachzuweisen – meist durch Körung (DNA-Untersuchungen sind da nun doch etwas teuer…)

Die Tage durfte ich dabei sein und habe gelernt, dass ich kein Königinnenzüchter werde  🙂

Zur Unterstützung eines unsere Wiener Zuchtbetriebe – Mr Bien – durfte ich zweimal im April mitarbeiten und es war zeitintensiv und doch auch lehrreich. Danke Hans, für die Einblicke in deine Zucht und die Zeit, die du dabei investiert hast, alles detailliert zu erklären. Der Dank gilt natürlich auch für die leckere Gemüselasagne deiner Frau  🙂

Ein wichtiger Teil und nicht meine Lieblingsarbeit – Flügelschneiden. Hauptmerkmal zur Rassenbestimmung ist der Cubitalindex. Ein Abschnitt des Flügels wird vermessen, also wurde zur Bestimmung von mindestens 50 Bienen ein Flügel geschnitten. Immer von einer Seite und nur den Hauptflügel. Natürlich auch Übungssache – für meine ersten 60 hab ich doch sehr lange gebraucht…

Mindestens 50 Flügel werden zu Auswertung gebraucht, also 5-10 mehr schneiden und kleben, um Fehler beim Bearbeiten aussortieren zu können. Ein Klebestreifen wird mit Klebefläche nach oben auf den Tisch befestigt, mit dem Zahnstocher der Flügel aufgenommen und die Flügel eng und einheitlich aneinandergereiht. Zuchtnummer und Orientierungsgruppen für die Auswertung dabei notiert.

Auswertung und Erfassen der Daten. 10 Flügel hab ich selbst mal versucht. In der Zeit in der ich einen Flügel bestimme, macht Hans locker 10. Naja, wenn ich oft genug bei ihm vorbeikomme, werde ich die Quote locker halbieren… Hans hat ein Microfilmlesegerät und eine Schablone zum Erfassen der Daten. 4 Werte werden genommen – und am Computer erfasst. Hantelindex, Discoidalverschiebung und Cubitalindex werden bestimmt.

Je 4 Daten pro Flügel/Biene werden erfasst – mindestens 50 Bienen. Hans verwendet ‘Andreas Le Claire’ zur Auswertung. Nach Eingabe am PC (Basisdaten der “Zuchtmuttter” und Zahlenreihen der Untersuchung) wird das Ergebnis detailiert dargestellt. Für den Fachmann lesbar, übersichtlich, der Nichtzüchter tut sich da schon etwas schwer… Schon das Verhältnis Hantelindex/Discoidalverschiebung zeigt ob die Werte im ‘Carnicaquadrant‘ liegen.

Wirklich zeitaufwendig und das ist ‘nur’ die Merkmalsuntersuchung und nur ein Teil davon (Körpermerkmale: Panzerzeichen, Filzbindenbreite, Haarlänge und Cubitalindex sind es insgesamt). Ein kleiner Teil der Arbeit um eine Reinzuchtkönigin zu ermitteln, eine Zuchtmutter zu bestimmen. Das Mitarbeiten hier lehrt doch Respekt vor der Arbeit eines Züchters und das die Preise von Zuchtköniginnen, Zuchtmüttern eigentlich doch eher zu niedrig sind. Klar spürt das die meist knappe Imkerkasse wenn eine Königin 50 € oder mehr kostet und mehrere gekauft werden. Es ist gut investiertes Geld. Langfristig gibt das die beste Vorraussetzung für starke, gesunde und auch ertragreiche Völker. Zucht und investieren in die Zucht macht Sinn, auch wenn es kurzfristig mal weh tut…

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… hat zumindest der Imker, wenn er an einem schönen Sonnentag in den ersten Märztagen starken Flugbetrieb sieht. Leider geben die Bilder vom doch alten Handy nicht wieder, wieviel Leben und Kraft in den Völkern ist. Nach den langen Wintermonaten ist das eine Freude zuzusehen und auch eine Erleichterung, dass fast alle über den Winter gekommen sind. Das war nicht immer so, das ist nicht selbstverständlich. Winterverluste von 10-20 % sind schon “normal”, weniger sehr gut. Vieles kann vom Spätsommer bis zum Frühling passieren, das zu Völkerverlusten führt – auch Fehler des Imkers gehören dazu. Ebenso eine natürliche Selektion von zu schwachen Völkern, Vergiftungen, Schädlinge, Krankheiten (PDF zu Völkerverlusten). Aktuell schaut es bei der Bienengärtnerin sehr gut aus – 24 Völker wurden im Herbst eingewintert, 22 davon werden es überlebt haben. Schon letztes Jahr haben es von 18 eingewinterten Völkern 15 geschafft (incl 2 sehr schwachen). Doch andere Erfahrungen gab es leider auch schon. Den Winter von 2016/17 haben ca 50 % der Völker nicht überlebt. von 15 eingewinterten Völkern waren nur noch 8 im Frühling noch da und diese Teils auch noch sehr schwach.

Die schweren Verluste 2016/17 haben sehr weh getan. Aber auch dazu geführt, dass danach und auch im letzten Spätsommer/Herbst sehr viel gemacht wurde, um die Völker gesund und stark in den Winter zu bringen. Die Erleichterung im März dann starken Flugbetrieb, niedrige Verlustrate zu haben, bedeutet viel. Schließlich hab ich da letztes Jahr sehr viel Zeit auf der Wiese verbracht  🙂 Die meisten davon sind Jungvölker mit eigenen Belegstellenköniginnen. 2-3 dieser Völker werden umziehen, teilweise für die Königinnenzucht der nächsten Jungvölker verwendet, 4-5 werden bleiben. Seit drei Jahren steht die Bienengaertnerin hier, ca. 20 km vor Wien. Es ist ruhig und entspannend auf der großen Wiese, Honig ist aber schwierig. In 2017 gab es hier den besten Honig, den die Bienengaertnerin je hatte – “Waldblüte” mit erfrischendem, fruchtigen Geschmack. Aber letztes Jahr in 2018 durch die Hitze und Dürre praktisch nichts, sehr wenig Honig und ohne Waldanteil. Und doch ist dies ein wichtiger Standort der Bienengaertnerin, wo ich auch sehr gerne bin. Hier werden auch heuer wieder 6-8 neue Jungvölker in ihren ersten Winter gehen.

Bienenweide in März und Frühling:

Im zeitigen Frühjahr brauchen Bienen dringend Nektar und Pollen für sich und ihren Nachwuchs – Honigbienen genauso wie Wildbienen. Die erste und einfachste Maßnahme ist es, einfach eine wilde Ecke stehen zu lassen, die weder gemäht noch betreten wird. Brennnesseln, Gräsern und Klee ihren Raum lassen. Sie sind für viele unserer Insektenarten überlebenswichtig. Frühblüher sind für viele früh fliegende Insekten überlebensnotwendig. Daher sollte der insektenfreundliche Garten auf jeden Fall eine Auswahl der hübschen Pflanzen – Schneeglöckchen, Winterling, Weide oder Kornelkirsche enthalten – Pflanzen und Bäume, die bereits sehr früh im Jahr Nektar und Pollen bieten und den Bienen helfen, gleich im Frühjahr viele starke Nachkommen aufzuziehen.

    • Bislang bei uns der Indikator zum Start in die Bienensaison: Die (Sal-)Weide. Sie blüht schon ab März und ist ein wichtiger Pollenlieferant für alle Bienenarten (PDF zur Salweide). In dieser frühen Jahreszeit ist der Nektar der Weidenblüten eine wichtige Nahrungsquelle für Honigbienen und Wildbienen, die ihrerseits für die Bestäubung der Blüten unentbehrlich sind. Neben der Hasel ist dies die erste Nahrungsquelle im Jahr für die Bienen in unseren Breiten.
    • Die Haselnuss liefert als Windbestäuber zwar nur Pollen und keinen Nektar, ist aber mit ihrer sehr frühen Blüte – je nach Temperatur oft schon ab Ende Januar – eine wichtige Nahrungsquelle. Der Haselnussstrauch ist im Frühjahr eine der wichtigsten Pollenquellen für die Honigbienen. Der Pollen dient als Aufbautracht zur Fütterung (reich an Eiweißen) der Brut und damit der Entwicklung des Volkes in einer kritischen Zeit des Jahres.
    • Der kleine Winterling sorgt für Frühlingsgefühle. An manchen Standorten blüht er bereits ab Februar und gehört damit zu den wirklichen Frühblühern. An milden und sonnigen Vorfrühlingstagen besuchen die Bienen mit Begeisterung die gelben Blüten, die einzeln am Ende eines Stängels sitzen. Die Pollenhöschenfarbe ist gelblich. Die Blüte, die einen Durchmesser von ca. 2,5 cm hat, liefert sowohl Nektar als auch Pollen.
    • Wildblumenwiese – Es gibt im Handel viele spezielle Samenmischungen für das Anlegen von bienenfreundlichen Blumenwiesen. Frühlings-Schlüsselblume, Schneeglöckchen, Gänseblümchen, Sumpfdotterblume – einfach das, was man vor den Rasenmäherrobotern auf seiner Wiese hatte… Obwohl die Wiesen in ihrem Pflanzenbestand sehr unterschiedlich sind, haben sie doch eines gemeinsam: einen geringen Pflegeaufwand.
    • Kornelkirsche. Wer im frühesten Frühjahr einen schönen, wertvollen Blütenstrauch haben will, hat ihn in der Kornelkirsche. Wenn das Wetter einen Bienenflug im Februar und März erlaubt, wird die Blüte der Kornelkirsche gern angeflogen. Sie liefert eiweißreichen, wertvollen Pollen und auch relativ viel Nektar. Bei Vorhandensein größerer Bestände ausgewachsener Sträucher kann man schon mit einer ersten, frühen Tracht für unsere Honigbienen rechnen.

Ja, Ja, Ja  🙂

Letztes Jahr wurde die Umstellung auf ‘Jumbo‘ (420*326) im ungeteilten Brutraum abgeschlossen. Natürlich auch mit etwas Anfangsproblemen, naja, gehört dazu. Für den Imker sind unterschiedliche Maße (Jumbo im Brutraum, Flachzarge im Honigraum) doch etwas schwieriger. Aber so eine volle, große Brutwabe in der Hand zu halten ist dann schon sehr beeindruckend und bestätigt, dass das der richtige, eigene Weg ist. Und dann drängt sich natürlich auch auf, die Großraumbeute für den nächsten Schritt zu nutzen der  naheliegt – der angepasste Brutraum.

Zu dem Thema gab es gerade einen Ganztagesworkshop auf der Erwerbsimkermesse in Graz. Es ist schon ein sehr eigenes Unterhaltungsprogramm, das Imkermeister Jürgen Binder vorträgt und in einer Mission in der Imkerschaft vorantreibt. Eine Show, die inhaltlich doch auch beeindruckt:

Es ist ein aktueller Trend, aber kein neuer. Vieles ist irgendwie schon mal da gewesen – auch das ‘einengen’/’pressen’/’Brutraum anpassen’. Es ist eher kein Modetrend der wieder vergehen wird, sondern mehr ein Rückbesinnen auf etwas, was schon früher umgesetzt wurde. Schon 2015 wollte ein Imkerkollege während der Ausbildung in Warth überzeugen darauf umzustellen – nun ist es wohl soweit 🙂

Als erstes darf der Imker beim angepassten Brutraum mal rechnen und sich mit der ‘Bienenmenge’ im Brutraum beschäftigen. Um etwas anzupassen, einzuengen gilt es erst, diese Grenzen zu ermitteln und zu kennen. Jumbo-Rähmchenmaß ist 457x420x326 – somit ca. 1080 cm² Brutfläche pro Seite und bei ca. 4 Zellen je cm² sind das dann 4.320 Zellen je Wabenseite. 8.640 Zellen je Jumbo-Rähmchen gesamt. Die Königin wiederum legt in guten Tagen ca. 2.000 Eier, nach 21 Tagen schlüpft die Arbeiterin und die Zelle wird wieder frei – so werden 2.000 * 21 -> 42.000 Brutzellen gebraucht um die Legeleistung der Königin ungebremst abzudecken. Und nun noch die Anzahl der benötigten Rähmchen ermitteln – das sind bei Zander-Jumbo somit 5 ( 42.000 / 8.700 ).
Also bei ca. 8.700 Zellen pro Zander-Jumbo und Legeleistung der Königin von 42.000 decken diese 5 Rähmchen den Platz für Brutbedarf ab.

Im letzten Jahr gab es zwar schon ein Einengen einiger Völker mit Trennschied. Aber noch nicht eng genug geführt für den angepassten Brutraum. Ohne Absperrgitter – und nur mit einfachem Schied ohne Wärmedämmung. Weit weg von einem konsequent auf den Bedarf angepassten Brutraum. Gerade durch das fehlende Absperrgitter dann natürlich meist mit Wildbau und einer in die Honigflachzarge nach oben ausweichenden Königin. Also eher ein halbherziger Versuch und das hat noch Verbesserungspotenzial…

Das eigene Verweigern eines Absperrgitters hat schon starken Einfluss auf die bisherige Betriebsweise und Absperrgitter werden nun in diesem Jahr doch Einzug bei der Bienengaertnerin halten. Es wird sich nun dieses Jahr mit Thermoschied, Absperrgitter und konsequentem eng führen des Brutraums das eigene Imkern sehr ändern. Es soll zu weniger Eingriffen in der Völkerführung führen – zu einem vielleicht entspannteren Imkern für den Imker und auch für das Bienenvolk.

Weitere Links zum Thema:

Zucht: “Gezielte Selektion und Paarung von Tieren mit der Absicht, Nachkommen zu erhalten, die im Durchschnitt in ihren Eigenschaften einem festgelegten Zuchtziel näher sind als die Elterngeneration” -> Der fachliche Schwerpunkt der laufenden Meisterausbildung. Detailliert in der Theorie, in der kommenden Saison auch in der Landwirtschaftsschule mit Praxis. Und gerade ist der Teil der Theorie abgeschlossen. Das Thema geht schnell auch dazu über, sich zu fragen, ob es mit der eigenen Überzeugung vereinbar ist, ‘Lebewesen zu selektieren’. Verbände wie “Bio” und Demeter erlauben eine Zucht, schränken sie jedoch auch ein (PDF zu Demeterrichtlinien). Tierschutz und Tierethik schreiben eine ‘artgerechte Behandlung’ vor. Die Bienengärtnerin hat sich damit auseinandergesetzt und Auslese, Vermehrung und Zukauf von Königinnen wird Teil der eigenen Imkerei sein.

Die gezielte Auswahl von Tieren begann wohl im späten Mittelalter. Die systematische Tierzucht begann Ende des 19. Jahrhunderts. Die genetischen Regeln, die Gregor Johann Mendel nach Kreuzungsversuchen mit Erbsen kurz zuvor entdeckt hatte, übertrug man auf die Tierzucht. Die moderne Tierzucht hat die Leistung der Tiere stark verändert. Im imkerlichen Sprachgebrauch wird unter Königinnenzucht in erster Linie die Vermehrung von Königinnen verstanden.

Die natürliche Vermehrung der Bienen ist meist der Schwarm,
und der Imker bekommt einen Herzanfall, wenn er sowas in seinem Bienenstock sieht  🙂

Bei der Bienengaertnerin wird der Schwarm, die Vermehrung über einen Schwarm in einzelnen Fällen auch geduldet. Also nicht das Abschwärmen selbst, soweit geht’s nun nicht, aber die Teilung wird durchgeführt und die neue Königin akzeptiert. Wenn die Mutter bekannt ist und die Umstände des Schwarmdrucks auch klar sind, z.B. dass der Imker etwas verschlafen hat…

Bei den meisten eigenen Königinnen schaut es eher so aus. Zuchtstoff von einer eigenen Königin oder von bekannten Züchtern kommen in ein Begattungskästchen und ab auf die Belegstelle. Auf diesem Suchbild ist auch die junge Königin versteckt – mit etwas Glück und Geschick lässt sie sich finden…  🙂

Im Volk ist die junge Königin dann immer gezeichnet – hauptsächlich damit der ältere Imker sie rechtzeitig sieht und dann doch etwas vorsichtiger wird… Dann auch um zu erkennen, ob das Volk die Königin selbst ausgetauscht hat, dann gilt es zu bewerten, ob das so bleiben soll… Aktuell sind nun 24 Völker in den Winter gegangen, die meisten davon neue, junge Königinnen aus 2018.

 

Es sind für heuer schon Königinnen in Warth bestellt und sollen dann für das nächste Jahr neue Jungvölker führen. Die besten davon sind dann sicher wieder gute Kandidaten für die eigene Vermehrung. Und mehr als Vermehrung ist das nicht – es ist weit weg von einer Zucht.  Es ist ein guter Weg, die eigenen Völker in die richtige Richtung zu führen. Aus vorgegebenem Zuchtmaterial eigene, belegstellenbegattete junge Königinnen zu bekommen. Zucht selbst ist aber viel mehr und braucht unter anderem eine weit höhere Anzahl Völker um Auswahl, Selektion zu treffen. Die eigenen 20-25 Völker auf mehreren Standorten lassen eine eigene Zucht nicht zu.

Zucht bedeutet:

Also an der Theorie würde es nicht scheitern, aber in der Praxis bleibt die Bienengärtnerin zu klein für aktive Zucht.

Weitere Links zum Thema: