Februar 2019 – Schieden? Einengen? Angepasster Brutraum?

Ja, Ja, Ja  🙂

Letztes Jahr wurde die Umstellung auf ‚Jumbo‚ (420*326) im ungeteilten Brutraum abgeschlossen. Natürlich auch mit etwas Anfangsproblemen, naja, gehört dazu. Für den Imker sind unterschiedliche Maße (Jumbo im Brutraum, Flachzarge im Honigraum) doch etwas schwieriger. Aber so eine volle, große Brutwabe in der Hand zu halten ist dann schon sehr beeindruckend und bestätigt, dass das der richtige, eigene Weg ist. Und dann drängt sich natürlich auch auf, die Großraumbeute für den nächsten Schritt zu nutzen der  naheliegt – der angepasste Brutraum.

Zu dem Thema gab es gerade einen Ganztagesworkshop auf der Erwerbsimkermesse in Graz. Es ist schon ein sehr eigenes Unterhaltungsprogramm, das Imkermeister Jürgen Binder vorträgt und in einer Mission in der Imkerschaft vorantreibt. Eine Show, die inhaltlich doch auch beeindruckt:

Es ist ein aktueller Trend, aber kein neuer. Vieles ist irgendwie schon mal da gewesen – auch das ‚einengen’/’pressen’/’Brutraum anpassen‘. Es ist eher kein Modetrend der wieder vergehen wird, sondern mehr ein Rückbesinnen auf etwas, was schon früher umgesetzt wurde. Schon 2015 wollte ein Imkerkollege während der Ausbildung in Warth überzeugen darauf umzustellen – nun ist es wohl soweit 🙂

Als erstes darf der Imker beim angepassten Brutraum mal rechnen und sich mit der ‚Bienenmenge‘ im Brutraum beschäftigen. Um etwas anzupassen, einzuengen gilt es erst, diese Grenzen zu ermitteln und zu kennen. Jumbo-Rähmchenmaß ist 457x420x326 – somit ca. 1080 cm² Brutfläche pro Seite und bei ca. 4 Zellen je cm² sind das dann 4.320 Zellen je Wabenseite. 8.640 Zellen je Jumbo-Rähmchen gesamt. Die Königin wiederum legt in guten Tagen ca. 2.000 Eier, nach 21 Tagen schlüpft die Arbeiterin und die Zelle wird wieder frei – so werden 2.000 * 21 -> 42.000 Brutzellen gebraucht um die Legeleistung der Königin ungebremst abzudecken. Und nun noch die Anzahl der benötigten Rähmchen ermitteln – das sind bei Zander-Jumbo somit 5 ( 42.000 / 8.700 ).
Also bei ca. 8.700 Zellen pro Zander-Jumbo und Legeleistung der Königin von 42.000 decken diese 5 Rähmchen den Platz für Brutbedarf ab.

Im letzten Jahr gab es zwar schon ein Einengen einiger Völker mit Trennschied. Aber noch nicht eng genug geführt für den angepassten Brutraum. Ohne Absperrgitter – und nur mit einfachem Schied ohne Wärmedämmung. Weit weg von einem konsequent auf den Bedarf angepassten Brutraum. Gerade durch das fehlende Absperrgitter dann natürlich meist mit Wildbau und einer in die Honigflachzarge nach oben ausweichenden Königin. Also eher ein halbherziger Versuch und das hat noch Verbesserungspotenzial…

Das eigene Verweigern eines Absperrgitters hat schon starken Einfluss auf die bisherige Betriebsweise und Absperrgitter werden nun in diesem Jahr doch Einzug bei der Bienengaertnerin halten. Es wird sich nun dieses Jahr mit Thermoschied, Absperrgitter und konsequentem eng führen des Brutraums das eigene Imkern sehr ändern. Es soll zu weniger Eingriffen in der Völkerführung führen – zu einem vielleicht entspannteren Imkern für den Imker und auch für das Bienenvolk.

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