Honig kristallisiert

Honig besteht aus verschiedenen Zuckerarten. Wann und wie ein Honig kristallisiert hängt hauptsächlich vom Fructose (Fruchtzucker) zu Glucose (Traubenzucker) Verhältnis ab. Es ist ein natürlicher Vorgang und beeinträchtigt die Qualität des Honigs in keiner Weise. Es ist eher ein Indiz dafür, dass der Honig nicht erhitzt worden ist – stark erhitzter Honig kann nicht mehr kristallisieren, er bleibt anhaltend flüssig. Naturbelassener Honig kristallisiert immer.

Der Traubenzuckeranteil führt zur Kristallisation. Stammt der Honig zu einem großen Anteil aus Blütennektar oder Honigtau, der einen geringen Traubenzuckeranteil hat, dann kristallisiert er kaum bzw. sehr lange nicht. Zu diesen Sorten zählt zum Beispiel Akazienhonig oder Tannenhonig. Honig mit hohem Traubenzuckeranteil kristallisiert sehr rasch, etwa Rapshonig oder Sonnenblumenhonig. Auch bei einem Blütenhonig, der von einer Vielzahl verschiedener Trachtpflanzen gewonnen ist, hängt die Neigung zur Kristallisation vom Traubenzuckeranteil ab, nur kennt man diesen ohne Honiguntersuchung nicht.

Honig kristallin 1 300

Im Lagergefäß kristallisierter Honig.

Kristallisierter Honig ist nur noch mit dem Honigspaten aus dem Lagergefäß zu bekommen.

Beginnt ein Honig zu kristallisieren und kristallisiert er bald nach der Ernte, so ist er gut geeignet, um daraus Cremehonig zu rühren. Dagegen lassen sich etwa ein Akazienhonig, oder andere lange flüssig bleibende Honig gar nicht zu Cremehonig verarbeiten.

Ist ein Honig kristallisiert und Sie hätten ihn gerne wieder flüssig, so kann man den Zustand wieder erreichen, indem man ihn sanft bei maximal 40°C erwärmt. Er wird aber auch nach dem Verflüssigen wieder kristallisieren.

  • Eine Möglichkeit ist, das Honigglas im Wasserbad am Herd zu erwärmen, der Deckel des Honigglases sollte dabei gut verschlossen sein, damit der Honig kein Wasser anzieht. Aber Vorsicht: hier besteht leicht die Gefahr des Überhitzens.
  • Gut funktionieren auch zwei Moorkompressen, die man in der Mikrowelle erwärmt. Diese gibt man in einen Kochtopf mit Deckel, zwischen die Kompressen das Honigglas. Die Wärme wird im Topf gehalten und der Topf funktioniert wie ein kleiner Wärmeschrank.
  • Zu empfehlen ist einfach den Honig auf einen Heizkörper (in der kalten Jahreszeit) zu stellen. Das ist eine einfache, sichere Methode. Die Temperatur dabei ist nicht über 40° und es braucht keine extra Energiezufuhr oder Mittel.

Die Mikrowelle ist absolut ungeeignet für die Erwärmung von Honig. Binnen weniger Sekunden sinkt der Enzymgehalt des Honigs auf Null!

Bei allen Methoden braucht es ein bisschen Geduld – eine Temperatur von 40°C ist ja nur etwas über handwarm.

Die umgekehrte Richtung ist auch möglich und gewünscht – einen Honig ‚fester‘ zu bekommen, das Kristallisieren anzuregen. Es entsteht Cremehonig.

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