Mai 2018 – Sommer-Bienen-Baum

Die Linde ist einer der schönsten und größten Laubbäume unserer Heimat. Kulturgeschichtlich wohl der bedeutendste Baum im deutschsprachigen Raum. Linden können zu gewaltiger Größe wachsen, mit breiter, hochgewölbter Krone und bis zu 1000 Jahre alt werden. Die Linden waren und sind Bestandteil unserer mitteleuropäischen Kultur mit jahrhundertelanger Tradition. In früheren Zeiten verkörperte die mächtige Dorflinde die Mitte des gesellschaftlichen Lebens. Unter ihrem Schutz fanden die großen Dorffeste, die Hochzeiten, die Jahrmärkte und Gerichtsverhandlungen statt. Die Linde ist aber auch immer der Baum der Liebenden gewesen. Viele Kunst– und Volkslieder haben die Linde zum Thema. Kaum eine zweite Baumart hat in früherer Zeit dem Menschen näher gestanden als die Linde.

Beliebt sind Linden als Park- und Alleebäume sowie als mächtige Einzelbäume auf Dorfplätzen. Es gibt weltweit ca. 20 – 45 verschiedene Lindenbaum Arten. Bei uns beheimatet sind die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) und Winterlinde (Tilia cordata), sowie die Silberlinde (Tilia tomentosa). Winterlinden werden bis 30 m, Sommerlinden bis 40 m hoch. Es gibt noch einige lokale Hybridformen, eine davon ist die Holländische Linde (Tilia x vulga). Sie ist eine Kreuzung zwischen der Sommer- und der Winterlinde.

Sie sind mit einem Anteil von ca. 30 %, ähnlich wie Ahornarten, die am häufigsten gepflanzten Straßenbaumarten. Die Linde ist ein robuster Laubbaum, der bei optimalen Standortbedingungen kaum von Erkrankungen oder Schädlingen befallen wird.

Nach der Blütezeit geordnet – die gesamte Trachtzeit der Linde teilt sich in die verschiedenen Blühphasen der einzelnen Lindenarten auf:

  • Sommerlinde (Tilla platyphyllos), Blüte: Mitte bis Ende Juni
  • Winterlinde (Tilla cordata), Blüte: Ende Juni bis Mitte Juli
  • Krimlinde (Tilla euchlora, Hybridform), Blüte: Mitte bis Ende Juli
  • Silberlinde (Tilla tomentosa), Blüte: Juli bis August.

Damit die Linden viel Nektar haben, ist ein schwül-feuchtes Wetter mit wenig Wind ideal. Sie mögen es warm, aber nicht zu trocken. Ideales Linden-Honig-Wetter ist eine schwülwarme Witterung mit nächtlichem Regen 🙂 Der Wasserbedarf ist recht groß. Bei länger anhaltender Trockenheit, Wind und Sonne wird es nicht viel an Nektar für die Bienen zu holen geben.

Bei optimalen Wetterbedingungen sind sie hervorragende Trachtpflanzen. Der würzige Duft der Blüten lockt zahlreiche Insekten an und bietet vor allem Bienen eine ausgezeichnete Weide. Die zahlreichen Blüten liefern reichlich Nektar und etwas Pollen. Ein einzelner Baum kann bis zu 60.000 Blüten tragen. Vor allem in den Großstädten sind sie als Straßen- und Parkbäume zahlreich zu finden.

Quelle: www.bienenweidenkatalog-bw.de:

 

Sie gelten auf Grund des Zuckergehaltes ihres Nektars als sehr gute Trachtpflanzen für Honigbienen und viele weitere Arten. Neben Nektar und etwas Pollen sammeln die Bienen an Linden auch Honigtau. Pollen wird von den Bienen auf den Lindenblüten aber eher wenig gesammelt und ist im Honig immer stark unterrepräsentiert. Dies bedeutet, dass der Nektaranteil der Linde höher ist als aufgrund der Prozentwerte des Pollenanteils angenommen wird.

Die Linde ist einer unserer besten „Bienen-Bäume“. Der intensive Duft der Lindenblüten und das Summen der Bienen sind immer wieder ein großartiges Naturerlebnis.  Es gibt eine Vielzahl von Gründen, den Linden in der Landschaft wieder vermehrt einen Platz zu geben. Nicht nur als markanter Baum bei Wegkreuzen und Kapellen, sondern auch als Schattenspender und als Ort zum Verweilen.

Honig von den Linden

Es gibt zwei Honige von der Trachtpflanze Linde.

Es gibt den reinen Blütenhonig, den die Bienen aus dem Nektar der Lindenblüten bereiten, der Lindenblütenhonig. Reiner Lindennektarhonig ist weiß. Typisch für Honig von der Linde ist der kräftige Geruch, der an Minze oder Basilikum erinnert. Dies liegt am hohen Anteil ätherischer Öle (u. a. Menthol).  Wegen der Dominanz des Aromas der Lindenblüte erscheint auch Mischhonig von Lindenhonig mit aromaschwachen Honigen als Lindenhonig. In der üblichen Sprachpraxis wird es sich um einen Lindenblütenhonig handeln, wenn von einem Lindenhonig gesprochen wird.

Der Lindenhonig ist eine Mischung der Trachten, der aus Nektar und dem von der Linde gesammelten Honigtau entsteht. Lindenhonig ist eine sehr süße Honigsorte mit einem fruchtigen Geschmack. Die Farbe ist grünlich-weiß bis gelblich oder dunkelbraun je nach dem Verhältnis der Nektar- und Honigtauanteile.

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