Mai 2020 – Bienenwirtschaftsmeister

Es war doch sehr zeitintensiv, gerade in den letzten 12 Monaten. Vieles ist dafür zurückgestellt worden und es wurde nun Zeit es abzuschließen. Doch hat es sich auch sehr gelohnt. Es war in diesem Meisterkurs vieles umfangreicher, detailierter als in den vorherigen Lehrgängen – der ‘Meister’ ist im EQR auf Stufe 6/8 nun dem Bachelor und Ingenieur gleichrangig gestellt.

‘Meister Bienenwirtschaft’ – die Qualifizierung zum Meister ist die höchste Stufe der beruflichen Ausbildung in der Land- und Forstwirtschaft. Es waren 3 Ausbildungswinter mit jeweils 2 Wochen Blockunterricht im Januar, Praxiswoche im Mai und verschiedene Wochenkurse z.B. zum Ausbilderlehrgang. Es wird intensive Beschäftigung mit dem eigenen Betrieb vermittelt – ein volles Wirtschaftsjahr mit doppelter Buchführung über die eigene Imkerei. So musste im AGRIS für ‘das Betriebsjahr 2018’ eine Inventur der Bienengaertnerin erstellt werden, und die Buchhaltung des ganzen Jahres geführt werden. Die Daten waren dann auch mit den eigenen Bilanzkennzahlen Teil der Meisterarbeit. Es wurden Deckungsbeiträge ermittelt – sind auch Teil der Meisterarbeit. Was für variable Stückkosten entstehen für ein Glas Blütenhonig, 500g ? Welche Rentabilität ergibt sich für die eigene Imkerei? Erst durch die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse gewinnt die Buchführung an Aussagekraft. Im beobachteten Jahr 2018 sind die Daten der eigenen Imkerei schon sehr überschaubar. Es wurden in den letzten 2-4 Jahren vieles an Geräten und Material angeschafft. Die Ausbildung hat auch Kosten verursacht und doch trägt die kleine Imkerei die laufenden Kosten. Es ist nun alles vorhanden um aus eigener Kraft sich zu erhalten und aus sich selbst heraus zu wachsen. Die Imkerei setzt kein Fremdkapital ein und soll das investierte Startkapital auch mal zurückzahlen.

Der fachspezifische Teil ist doch kleiner als der Bereich  zur Betriebs- und Unternehmensführung. ‘Leben der Biene’ beinhaltet auch die Anatomie und Ökologie. Die ‘Bienenpflege’ alle Arbeiten des Bienenjahres. Umfangreich die ‘Bienenprodukte’ – Die Biene ist nicht nur Honig – Wachs, Propolis, Pollen und auch ihre Verwendung in Imkerprodukten(z.B. Met). Breit gefächert und zu Recht mit einem sehr hohen Stellenwert die ‘Bienenkrankheiten und Schädlinge‘ (Brutkrankheiten, Krankheiten der erwachsenen Biene und Parasiten). Viel Zeit habe ich mit der Königinnenzucht verbracht. Die Vererbungslehre mit den Erbsen des Hr. Mendel  :-). Grundlagen der Genetik  sind doch auch für professionelle Zucht gerade mit den Besonderheiten der Honigbiene eine nötige Basis.

Der Ausbilderlehrgang als Teil der Meisterausbildung bringt die Eignung zum Ausbilder mit. Wobei Imkerlehrlinge doch eine seltene Ausnahme in der Landwirtschaft sind. Und die Bienengaertnerin auch kein anerkannter Lehrbetrieb ist.

Auch wenn es sehr zeitintensiv war, es hat auch viel gebracht. Die Bienengaertnerin wird sich leicht vergrößern und hat alle Vorausetzungen auch mal als Betrieb geführt zu werden. Fachlich hat sich vieles vertieft und gerade Buchführung, Marketing, Betriebs- und Unternehmensführung sind die Grundlagen für einen vielleicht kommenden landwirtschaftlichen Betrieb.

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