Oktober 2020 – Impressionen eines Bienenjahres

2020 war jetzt schon ungewöhnlich – auch imkerlich war dieses Jahr ‘anders’. Der Honigertrag war extrem wenig, der niedrigste in der Geschichte der Bienengaertnerin. Österreichweit ist Honig dieses Jahr eine Mangelware. Nach zwei doch schon schwachen Jahren durch die Hitzesommer, folgte nun ein katastrophales. Hier im Umfeld war auch ein außerordentliches Schwarmjahr. Die Anzahl der Völker hat sich damit fast verdoppelt… Aktuell gehen 50% mehr Völker in den Winter als letztes Jahr.

Vor der Saison ein Besuch den ich gerne mache – Wachs Hödl. Ein angenehmer Familienbetrieb und eine traumhaft schöne Gegend. Gerne immer verbunden mit einem Wochenende im Steirischen Thermenland und Vulkanland. Traumhafte Weinlandschaft mit ‘Weinstöckl‘ als Unterkunft direkt im Weinberg und Traminer – Österreichs bestem Wein  🙂 Diesmal wurden ca. 100 kg eigenes Wachs umgearbeitet. Die Bienen der Bienengaertnerin sollen und müssen immer viel Wachs selber bauen und sitzen auf Mittelwänden aus ihrem eigenen Wachs. 

 

Ein schwarmintensives Jahr. Von 9 Völkern dieses Standorts in Niederösterreich sind die Hälfte geschwärmt. Fast alle davon hab ich doch rechtzeitig getrennt oder gefangen. Anstrengend waren 4 Schwärme gleichzeitig im Apfelbaum… Die 4 waren aus 2 Völkern und es war zeitintensiv und anstrengend alle zu ernten  🙂 Zur Schwarmzeit ist das Kisterl und der Trichter immer im Auto – aber ich hab nur zwei und keine vier… Der höchste Schwarm dieser 4 war doch sehr grenzwertig. Sicher auf ca. 7 Metern hoch, weit draußen und mit der Leiter direkt nicht zu erreichen.

 

Sicherheit und Gesundheit gehen immer vor. Wenn das Risiko den Schwarm zu fangen zu groß ist, soll er weiterziehen. Der äußere hier war schon Grenzwertig. Mit der Leiter praktisch nicht zu erreichen. Hoch und weit außen. Der ‘innere Schwarm’ ging noch – recht nahe am Stamm und mit sicherem Stand auf der Leiter. Es gilt ja auch noch das Schwarmkisterl in einer Hand zu halten (mit Trichter) und mit der anderen Hand die Bienen in den Trichter zu schütteln.

 

Der ‘innere Schwarm’  ging mit sicherem Stand an der Leiter – ein paar Äste wurden zwar entfernt um Kiste+Trichter heranzubringen, doch mit Ruhe und Geduld ließ dieser sich angenehm pfücken  🙂  Der ‘äußere Schwarm’ war schwierig. Etwas zu hoch, zu weit außen und das nächste Jahr bin ich sicher zu alt für sowas  🙂   Mit viel Wasser, um den Schwarm kompakt pflücken zu können, und Herunterbiegen des Astes ließ er sich abstoßen. Er war verlockend groß und doch würde ich ihn wohl das nächste mal ziehen lassen.

 

Ein Detailbild vom innen sitzenden Schwarm – einige Kilo Bienen, ein volles, starkes Volk. Nahe am Stamm, um die Leiter auf 6-7 Meter Höhe schön anzulegen, und doch ein bischen ‘verbaut’. Etwas Geäst musste entfernt werden, um heranzukommen. Es dauert etwas ihn ‘herauszuarbeiten’, aber ein schönes Volk wo das Risiko überschaubar war.

 

Operation erfolgreich   🙂    Das Ergebnis vom äußeren Schwarm – offensichtlich mit Königin im Kasterl   🙂  Nachdem der Imker sich etwas erholt hat, sind diese Bienen auch noch in das Schwarmkisterl gekommen. Viel Wasser, abkehren und über den Trichter dazugeben. Wohl fast alle der hier noch außen sitzenden Bienen haben es noch zu ihrer Königin in die Kiste geschafft.

 

Das Ergebnis all dieser Schwärme – ein ungeplanter neuer Bienenstand mit Schwärmen und Jungvölkern. Es war auch an der Grenze der vorhandenen Kapazitäten. Es waren mehr Völker als die Bienengaertnerin Material hat… Das eine oder andere Volk hatte einen improvisierten Boden und wurde erst im heranwachsen mit dem nötigen Material versorgt.

 

Viele Schwärme sorgen doch auch für Königinnen, die man nicht immer haben will – Königinnenzucht wird ein wachsendes Thema. Durch die zeitintensive Meisterausbildung, die situationsbedingt weit nach hinten verschoben wurde, fehlte dafür doch etwas Zeit und Ruhe. Erst zu spät gab es erste Serien und zu wenig, um die eigenen Völker jetzt schon alle umzuweiseln.

 

Standbegattung – wo die Prinzessinnen es doch schön haben   🙂  Es sind Töchter von Reinzuchtköniginnen, also doch gutes Potential – aber künftig gibt es nur Wirtschaftsköniginnen und keine Belegstellen. Das nächste Jahr soll der Schwerpunkt auf der Königinnenzucht liegen – wobei es ‘Vermehrung’ und keine Zucht sein wird.

 

Ein neuer Standort! Ein zauberhafter, nicht bewohnter Garten am Wilhelminenberg. Es war schon länger geplant und notwendig, da der Standort in der ‘Hochsatzengasse’ aufgelassen wurde. Der Garten hier könnte ein sehr guter Ausgleich dazu werden und die schon dort stehenden Völker sind auf gutem Weg in den Winter.