Propolis

Propolis ist ein Kittharz, das Bienen aus Harzen verschiedener Bäume/Sträucher herstellen. Die Bienen sammeln das Harz an Blütenknospen vornehmlich von Laubbäumen wie Birken, Pappeln, Rosskastanien, Eichen und anderen, aber auch von Fichten. Bienen vermengen das Harz mit Wachs, Fermenten und Pollen. Je nach Herkunft weist Propolis eine hellgelbe, rote, braune bis zu schwarze Farbe auf. Je nach Temperatur verändert sich die Eigenschaft von Propolis – bei Kälte ist es hart und brüchig, bei sommerlichen Temperaturen zäh , klebrig und weich. Propolis schmeckt etwas scharf und bitter.

Propolis 300

Biene mit gesammeltem Harz – es ist glatter als Pollen und tropfenförmig.

Propolis beseht aus

  • 50-55 % Harzen und Balsamen
  • 30-40 % Wachs
  • 5-10 % Ätherische Öle
  • 5 % Pollen
  • 5 % verschiedene organische Stoffe und Mineralstoffe (Phenolsäure, Flavonoide, Vitamine, pflanzliche Duftstoffe,…)

Propolis wird von Bienen vielfältig verwendet. Zum einen dient das Kittharz zum Abdichten undichter Stellen des Bienenstockes – vergleichbar mit einem Fensterkitt werden alle Ritzen verschlossen und das Haus wird so winddicht gemacht. Bienen benutzen Propolis zur Desinfektion – Proplis wirkt antibakteriell, antiviral und antimykotisch (gegen Pilze). Sie kleiden die Brutzellen mit einem feinen Propolisfilm aus, um die Brut vor Krankheiten zu schützen.

Schließlich benützen Bienen Propolis auch zur Verteidigung gegen Schädlinge: Sie kitten den Eindringling ein, isolieren und mumifizieren ihn.

Ernte von Propolis

Prinzipiell könnte man ja überall in der Beute und auf den Trägern der Rähmchen, wo die Bienen kitten, Propolis abschaben. Da erhält man jedoch durch Holzsplitter verunreinigtes Propolis. Um sauberes Propolis zu gewinnen, legt man Kunststoffgitter auf die obersten Rähmchen auf und nützt den Drang der Bienen, alle Ritzen dicht zu bekommen, aus. Die Menge von produziertem Propolis hängt vom Angebot der geeigneten Bäume in der Umgebung ab, aber auch von den Bienen. Die Zeit, in der man Propolis gewinnen kann, ist auch beschränkt: man kann etwa ab der Sommersonnenwende das Gitter einlegen (vorher arbeiten die Bienen zu viel Wachs ein) und kann es bis zur Varroabehandlung verwenden.

Das Gitter mit dem Propolis gibt man kurz in den Tiefkühler, in kaltem Zustand kann man das Propolis so einigermaßen vom Gitter lösen. Danach mahlt man es fein, gibt es in einem bestimmten Verhältnis in 96%igem Alkohol und löst über einige Monate (immer wieder rühren) die wertvollen Bestandteile des Propolis heraus. Nun wird noch gefiltert und abgefüllt. Der Propolis- und Alkoholgehalt muss über ein Labor festgestellt und auf den Flaschen ausgewiesen werden.

Es läßt sich von 50-500 Gramm je Volk und Jahr gewinnen. Es ist in der Praxis eher der untere Bereich, 50-100 Gramm die der Imker pro Volk erntet ist schon viel. Wir achten immer auf Gewinnung von Propolis, es ist ein hochwertiger, wertvoller Stoff. Das Sammeln von Propolis strengt die Bienen übrigens viel mehr an als der Nektar- oder Pollentransport, denn die Baum- und Knospenharze sind so klebrig, dass selbst die Bienen damit zu kämpfen haben. Propolissammlerinnen kehren oft sehr erschöpft in ihr Volk zurück.

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