Schwarm

Ein Schwarm entsteht aus dem natürlichen Vermehrungsverhalten von Bienen. Das Bienenvolk teilt sich, die alte, erfahrene Königin zieht mit einem Teil ihres Gefolges aus der angestammten Wohnung aus und sucht sich eine neue Bleibe. Wenn der Schwarm auszieht, hat er noch kein Ziel zu dem es hingeht, das wird erst unterwegs gesucht. Eine ihrer Töchter bleibt mit den Zurückgebliebenen in der angestammten Wohnung und baut ein neues Volk auf. Es ist ein ganz besonderes Naturschauspiel und dabei sind sie im Normalfall auch sehr friedfertig, da sie weder Brut noch Honig verteidigen müssen.

Die Schwarmneigung steigt, wenn

  • die Königin – und damit ihre Nachkommen – dazu genetisch veranlagt sind
  • die Königin älter wird
  • die Königin keinen freien Platz mehr zur Eiablage hat (Haus zu klein)
  • es zu viele Ammenbienen im Verhältnis zur zu pflegenden Brut gibt
Schwarmzellen_300

Schwarm-Weiselzellen

Bevor die Königin aber mit einem Großteil der Bienen aus dem Stock auszieht, wird noch eine Vorbereitung getroffen, damit das Überleben der zurückbleibenden Bienen gesichert ist. Die Arbeiterinnen legen viele Weiselzellen an (das können 15 oder mehr sein), die von der Königin mit Eiern bestiftet werden.
Dann beginnen die Arbeiterinnen ihre Königin zu stoßen und schubsen, bis diese aufgrund der rauen Umgangsformen aufhört Eier zu legen. Das ist wichtig, denn eine Königin wird erst durch die Inaktivität der Eierstöcke wieder flugfähig.
Kurz bevor die neuen Königinnen schlüpfen, machen sich diese durch Töne („Tuten“) bemerkbar und spätestens das ist das Zeichen für die alte Königin, auszuziehen. Die Arbeiterinnen füllen noch ihre Honigblase und dann fliegt die Königin mit einem großen Schwarm Bienen zu einem Platz in der Nähe des Stockes, der sich dazu eignet sich als Traube zu sammeln.

Schwarmherz_300

Schwarmtraube

Jetzt beginnt die Suche nach einem neuen Zuhause. Kundschafterinnen fliegen fort, um eine geeignete Wohnung zu finden. Die verschiedenen Fundstellen werden beworben, je nach Qualität des Ortes mit einem stärkeren oder schwächeren Tanz. Weitere Bienen begutachten die Stellen und mit der Zeit tanzen immer mehr Bienen für den besten neuen Nistplatz und die Entscheidung ist getroffen. Das Kundschaften und der Meinungsfindungsprozess können zwischen wenigen Stunden und mehreren Tagen dauern. Die ganze Bienentraube wird nun mobilisiert, die Bienen bringen sich auf Flugtemperatur und dann geht’s ab zum neuen Zuhause.
Im Bienenstock geht’s inzwischen rund, hier gibt es mehrere Szenarien:
Die erste Königin schlüpft und sticht alle anderen Konkurrentinnen noch in den Weiselzellen ab
Die schlüpfenden Königinnen kämpfen und die stärkste bleibt übrig
Die Königinnen schlüpfen hintereinander und verlassen in Nachschwärmen den Stock, um für die nächste Platz zu machen. Das ist wie eine Kettenreaktion. Nach kurzer Zeit ist der Bienenstock leer.
Als Imker ist man bemüht, Schwarmbereitschaft durch vorbeugende Maßnahmen gering zu halten, aber ganz verhindern kann man sie nicht – der Schwarmtrieb gehört zum Wesen der Biene.

Fotos von einem Schwarm gibt’s in der Galerie.

Top